Was ist Prüfungsgegenstand der Fortführungsprognose (HGB)?
Was ist Prüfungsgegenstand der Fortführungsprognose (HGB)?
Die Fortführungsprognose nach HGB (§ 252 Abs. 1 Nr. 2) ist für alle kaufmännischen Jahresabschlüsse verpflichtend.
Sie sichert, dass Vermögenswerte und Schulden realistisch bewertet werden – unter der Annahme der Unternehmensfortführung.
Ziel dieses Beitrags: aufzeigen, was geprüft wird, wie Prüfung erfolgt und was Unternehmer dafür leisten müssen.
- Gesetzlicher Rahmen & Bedeutung
- Prüfungsstandard IDW PS 270 n.F.
- Prüfungsgegenstand im Detail
- Vier Szenarien der Fortführungsprüfung
- Auswirkungen bei Sanierung oder Krise
- Praxis-Tipps für Unternehmer
- Häufige Fehler & schnelle Fakten
- Fazit & Handlungsempfehlung
1. Gesetzlicher Rahmen & Bedeutung
- § 252 Abs. 1 Nr. 2 HGB verlangt: Jahresabschluss unter Fortführungsannahme – es sei denn, rechtliche oder tatsächliche Hindernisse bestehen.
- Damit wird ein „Going‑Concern-Prinzip“ eingeführt – Grundlage für realistische Bewertung und Vertrauen von Banken, Investoren und Behörden.
2. Prüfungsstandard IDW PS 270 n.F.
- Der Standard regelt, wie Wirtschaftsprüfer die Fortführungsannahme prüfen.
- Inhalte:
- Verstehen der Geschäftsrisiken, Unsicherheiten, Planannahmen
- Offenlegung wesentlicher Unsicherheiten im Anhang oder Lagebericht
- Anpassung des Bestätigungsvermerks bei massiven Risiken

Was ist Prüfungsgegenstand der Fortführungsprognose (HGB)
3. Prüfungsgegenstand im Detail
- Fokus liegt auf:
- Prognosen zum Finanz-, Vermögens- und Ertragsvermögen
- Plausibilität der Prämissen
- Integrierte Planung (Bilanz, GuV, Cashflow)
- Dokumentation von Risiken und geplanten Gegenmaßnahmen
4. Vier Szenarien laut IDW PS 270
IDW differenziert vier Fälle:
- Kein Risiko erkennbar → Standard-Going Concern
- Risiken vorhanden, aber tragbar begründet → vollziehbar
- Risiko erheblich → erfordert klare Angaben zu Unsicherheit
- Fortführung nicht gerechtfertigt → Abkehr vom Fortführungsprinzip
5. Sanierung & Krisenfall
- In Sanierungssituationen sind geplante Restrukturierungsmaßnahmen entscheidend .
- Ohne konkrete Umsetzung zum Bilanzstichtag muss ggf. zu Vorsichtsbewertung oder Liquidationswert bilanziert werden.
6. Praktische Tipps für Unternehmen
- Dokumentieren Sie alle Annahmen, Sensitivitäten und Risikoszenarien.
- Erstellen Sie integrierte Pläne (Cashflow, Bilanz, GuV) über mind. 12 Monate.
- Kommunikation ist entscheidend: Stellen Sie sicher, dass Wirtschaftsprüfer Zugriff auf Belege und Planung erhalten.
- Informieren Sie risikobehaftete Gläubiger und Stakeholder transparent.
7. Häufige Fehler (Infobox)
- Fehlende Plausibilisierung der Planung
- Keine dokumentierten Annahmen oder Risikoanalysen
- Verpasstes Monitoring eingeleiteter Sanierungsmaßnahmen
- Keine Disziplin bei formaler Offenlegung im Anhang
8. Handlungsempfehlung
- Die handelsrechtliche Fortführungsprognose ist mehr als ein Formalakt – sie ist Beleg für realistische Unternehmensplanung.
- Fehler können zu modifiziertem Vermerk, Haftung oder fragwürdiger Bilanz führen.
- Rechtzeitig und transparent planen schützt: Beauftragen Sie frühzeitig externe Expertise bei Unsicherheiten oder Krisen.
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