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Wettbewerbsfähigkeit Industrie sinkt

15. August 2025 / Fortführungsprognose

Deutsche Industrie unter Druck – Was das für die Fortführungsprognose bedeutet

Die jüngsten Zahlen aus einer aktuellen ifo-Umfrage zeichnen ein alarmierendes Bild:

Rund jedes vierte Industrieunternehmen in Deutschland meldete im Juli 2025 eine sinkende Wettbewerbsfähigkeit im Vergleich zu Anbietern außerhalb der EU.

Damit bleibt der Wert auf dem hohen Niveau der letzten Erhebung im April – von einer Trendwende kann keine Rede sein.

Auch innerhalb der Europäischen Union verschlechtert sich die Situation nur minimal: Der Anteil der Firmen, die im Wettbewerb mit EU-Mitgliedsstaaten Marktanteile verlieren, sank lediglich von 13,4 auf 12,0 %. Die strukturellen Probleme bleiben bestehen.

Strukturelle Schwächen verschärfen die Lage

Laut Klaus Wohlrabe, Leiter der ifo-Umfragen, sind hohe Energiepreise, überbordende Regulierung und schwache Investitionsanreize die Hauptursachen für den schleichenden Verlust an Wettbewerbsstärke.

Wettbewerbsfähigkeit Industrie sinkt

Wettbewerbsfähigkeit Industrie sinkt

Das hat direkte Folgen für die Zukunftsfähigkeit vieler Betriebe – und in manchen Fällen für deren Fortführungsprognose.

Fakt ist: Wer im internationalen Vergleich dauerhaft Marktanteile verliert, gerät nicht nur in Umsatz- und Ertragsprobleme, sondern auch in Gefahr, den Status „fortführungsfähig“ zu verlieren. Spätestens hier schlägt die Stunde von Krisen- und Restrukturierungsberatern.

Branchen im Stresstest

In keiner Industriebranche hat sich die Wettbewerbsfähigkeit zuletzt verbessert. Besonders deutlich ist der Einbruch im Maschinenbau: Der Anteil der Unternehmen mit rückläufiger Wettbewerbsfähigkeit stieg von 22,2 auf 31,9 % – der höchste jemals gemessene Wert.

Auch die Elektroindustrie steht weiter unter Druck, während die Automobilbranche zumindest kurzfristig etwas Entlastung erfährt: Dort halbierte sich der Anteil der Unternehmen mit negativer Selbsteinschätzung von 33,0 auf 16,1 %.

Handelskonflikte und Kostennachteile bleiben

Trotz der vorläufigen Einigung im Zollstreit müssen deutsche Unternehmen nach wie vor mit einem strukturellen Kostennachteil von rund 15 % gegenüber Wettbewerbern aus den USA leben. Ob dieser Nachteil durch neue Handelsabkommen ausgeglichen werden kann, ist derzeit offen.

Bedeutung für die Fortführungsprognose

Für viele Betriebe sind diese Entwicklungen nicht nur ein Konjunktursignal, sondern ein klarer Hinweis auf drohende wirtschaftliche Schwierigkeiten.
Eine Fortführungsprognose muss unter diesen Bedingungen besonders sorgfältig erstellt werden. Sie hat zu prüfen, ob das Unternehmen trotz der verschlechterten Wettbewerbsposition in der Lage ist, seine Geschäftstätigkeit nachhaltig fortzuführen.

Gerade in Branchen mit hohen Einbrüchen der Wettbewerbsfähigkeit wird es entscheidend sein, Restrukturierungsmaßnahmen glaubhaft zu planen und umzusetzen – sei es durch Kostenoptimierung, neue Absatzmärkte oder technologische Innovation.

Die deutsche Industrie steht vor gewaltigen Herausforderungen. Für viele Unternehmen könnte die Lage zu einer Nagelprobe für ihre Fortführungsprognose werden. Wer rechtzeitig handelt, kann jedoch nicht nur seine Prognose sichern, sondern auch seine Wettbewerbsfähigkeit langfristig wiederherstellen.